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E-Mobilität

Scooterfahren in Paris vs. Barcelona

Barcelona soll das heimliche E-Scooter Mekka Europas sein. Wir haben das mal abgecheckt.

Etwas Großstadtluft schnuppern und die Elektroscooter-Szene abchecken? Wir wissen, das klingt nach harter Arbeit. Doch um ein besseres Bild von europäischen Städten hinsichtlich der Nutzung von Elektroscootern zu erhalten, haben sich Marc und Marie aus unserem Team vor Kurzem auf den Weg nach Barcelona und Paris gemacht und die Städte mit dem E-Bike erkundet. Denn oft haben wir gelesen, dass Barcelona das „Scooter Mekka“ Europas sein soll. Bereits bekannt als Europas Skater Hauptstadt erlangt auch der elektrische Kickscooter hier zunehmend an Bedeutung. Davon wollten wir uns selbst überzeugen. Und tatsächlich: Kaum in Barcelona angekommen sahen wir sie, die Scooterfahrer. Regelmäßig flitzte ein elektrischer Scooter an uns vorbei, was wohl vor allem daran liegt, dass das Fahren in Spanien legal ist und die Infrastruktur nahezu perfekt ist. Seit 2016 besitzt Barcelona richtige Fahrradautobahnen, die baulich getrennt von den anderen Verkehrsteilnehmern kilometerlang geradeaus durch die Straßen führen. Gas geben, dabei ausreichend Platz haben, keine Parkplatzsuche: Schneller von A nach B zu kommen als mit einem elektrischen Kickscooter ist dabei eigentlich kaum noch möglich.

Barcelona – Ein Traum für innerstädtische Mikromobilität

Damit macht Barcelona vor, was Paris noch zu lernen hat. Während das Fahrradfahren in Paris lange Zeit mit einer „Höllentour auf zwei Rädern“¹ verglichen wurde, gilt Barcelona als eine der zehn fahrradfreundlichsten Städte Europas. Insgesamt 158 Kilometer Radweg hat die katalanische Hauptstadt zu bieten. Aber dem ist nicht genug, um das Radfahren in der Stadt noch sicherer zu machen, richtete Barcelona zusätzlich zahlreiche Tempo 30 Zonen ein - der Autofahrer ist sichtlich genervt aber die Umwelt dankt. Unsere Zeit in Barcelona haben wir nicht nur damit verbracht, uns Radwege anzuschauen sondern vor allem damit, E-Scooter-Fahrer zu interviewen, deren Nutzung in der Stadt besser zu verstehen und auch auf ihr spezifisches Produkt bezogen zu klären, was gefällt und an was es noch fehlt.

Von Fahrradautobahnen zu Kopfsteinpflaster-Albträumen

Vom Fahrrad-Mekka zurück zur angeblichen Fahrradhölle: Paris – über 2 Millionen Einwohner in der Kernstadt², viel Verkehr und Kopfsteinpflaster was die Stadt insgesamt eher fahrradunfreundlich erscheinen lässt. Auch in der Metro sind kaum Fahrräder zu sehen, denn sie ist zwar ein sehr schneller Transportweg, jedoch vor allem zu den Stoßzeiten maßlos überfüllt. Überraschenderweise sind uns in Paris auch nur sehr wenig bis gar keine e-Kickscooterfahrer begegnet, wenngleich das Fahren jedoch eigentlich geduldet ist. Gründe dafür können natürlich sein, dass wir nur eine Momentaufnahme aus Paris mitnehmen konnten, aber auch das viele Kopfsteinpflaster könnte sein Übrigens dazu tun. Eine so große Stadt lässt sich aber nun mal nicht in nur zwei Tagen besichtigen und so waren wir in Paris vielleicht einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

Fazit: Barcelona 1: Paris 0

Barcelona ist als eine von Europas fahrradfreundlichsten Städten natürlich nicht nur hervorragend für Fahrradfahrer geeignet, sondern ebenso für elektrisches Scooterfahren. Das ebene Terrain, wenig Steigungen und sehr beständige, warme Temperaturen bieten optimale Voraussetzungen zum Fahren von elektrischen Kickscootern. Paris hingegen punktet mit einer soliden ÖPNV-Struktur, mit der man einen elektrischen Kickscooter hervorragend kombinieren kann und somit die letzte Meile perfektioniert. Doch einen Punkt haben wir vergessen, die Legalität. Während in Deutschland immer noch die passenden Gesetze zur Fahrzeugklasse von Flynn fehlen, wurde das Fahren von elektrischen Kickscootern in Spanien, Österreich und in der Schweiz bereits legalisiert und in Paris zumindest geduldet. Auch in Deutschland erwarten wir eine baldige Änderunge der Situation. Bis dahin müssen wir uns leider noch gedulden und weiterhin genervt auf den Bus warten oder das sperrige Fahrrad mit in die Bahn tragen.

¹ Quelle: https://www.zeit.de/mobilitaet/2016-09/radfahren-voraussetzungen-sydney-paris-moskau

² Quelle: https://www.citypopulation.de/php/france-paris_d.php?cityid=75056

Bildquelle: http://www.barcelonacheckin.com/de/r/barcelona_stadtfuhrer/artikel/barcelona-mit-fahrrad